Ich lebte die gefährlichste aller Lügen

"Wenn du funktionierst, bist du ein guter Mann."

Von außen sah mein Leben perfekt aus: Ein brillanter Unternehmer, kreativ und charmant. Ein Mann, der Verantwortung tragen konnte. Aber innerlich war ich abgeschnitten von mir selbst und anderen. Von allem, was ich nicht fühlen durfte. Und dann waren da die Pornos, Affären und Betäubung durch Games. Eine Schattenseite, die niemand kennen durfte. Weil ich glaubte: Wenn jemand sieht, wer ich wirklich bin, dann verliere ich alles.

Ein Leben auf der Flucht vor mir selbst

Ich bin ohne echte elterliche Präsenz aufgewachsen. Meine Eltern waren beide berufstätig und hatten selten Zeit für mich oder meinen Bruder. Schon in jüngsten Jahren wurden wir vor dem Fernseher geparkt. Aufmerksamkeit war in unserer Familie kein Grundrecht, sondern eine Belohnung – etwas, das man sich verdienen musste. Also wurde ich schon früh ein High Performer, ein Wunderkind: Klassenbester, der Sportlichste, Gewinner bei Malwettbewerben. Ich wusste früh, dass ich nur dann etwas wert war, wenn ich herausragte. Gefühle hatten in diesem System keinen Platz. Konflikte wurden nicht angesprochen. Ein Indianer weint nicht. Und ich lernte, alles, was nicht in dieses Bild passte, in mir zu vergraben.

Mein Vater schlug mich. Mit Gürtel, Stock oder bloßen Händen. Meine Mutter überschritt regelmäßig meine emotionalen und körperlichen Grenzen. Ich rebellierte. Gegen sie, gegen die Schule, gegen das System und die Welt. Mit 14 hatte ich meinen ersten Blackout vom Alkohol. Ich baute Sprengsätze und sprengte Zigarettenautomaten. Ich war wütend, verwirrt, verletzlich – und hatte keine Sprache dafür.

Aber diese Überlebensmuster machten mich auch erfolgreich. Ich wollte keine Chefs. Also wurde ich Unternehmer. Der High Performer war zurück. Ich baute Firmen, verdiente Geld, war unabhängig, arbeitete 16 Stunden am Tag, um nicht auf mein Leben zu blicken. Ich hatte dutzende Frauen, aber keine echte Verbindung. Ich suchte Wertschätzung, aber nichts füllte die Leere. Ich spielte das Spiel des Erfolgs, aber nicht einmal dann konnte ich den Stolz meiner Eltern spüren. Und kein Erfolg konnte darüber hinweg täuschen, dass ich mich elend fühlte.

Der Wendepunkt kam, als meine Frau mir sagte, dass in meiner Abwesenheit ein anderer Mann in unserem Bett geschlafen hatte.

In diesem Moment fiel alles in sich zusammen. Die Fassade, die ich mir aufgebaut hatte, hielt dem nicht mehr länger stand. Die Maske der Gleichgültigkeit fiel. Ich lag weinend auf dem Boden. Und gleichzeitig war da zum ersten Mal seit Jahrzehnten so etwas wie Kontakt zu mir selbst. Ich konnte mich spüren. Nicht in Form von Leistung, sondern als Mensch. Roh und echt.

In diesem Moment fiel alles in sich zusammen. Die Fassade, die ich mir aufgebaut hatte, hielt dem nicht mehr länger stand. Die Maske der Gleichgültigkeit fiel. Ich lag weinend auf dem Boden. Und gleichzeitig war da zum ersten Mal seit Jahrzehnten so etwas wie Kontakt zu mir selbst. Ich konnte mich spüren. Nicht in Form von Leistung, sondern als Mensch. Roh und echt.

Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Wenn ich so weitermache, zerbricht alles. Oder ich stelle mich endlich den Themen, die ich so lange vermieden habe. Ich wusste nie, wie es geht, ganz da zu sein. Und da reifte in mir die Erkenntnis:

Der erste Schritt zu dir selbst führt durch deine eigene Dunkelheit. Durch alles, was dich betäubt. Und auch durch Scham, Wut, Trauer und Reue.

Als ich völlig verloren war, fand ich Männer und Mentoren

© MännerCamp 107 | Ulrich M. / Soul Pictures
© MännerCamp 107 | Ulrich M. / Soul Pictures
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Ich kannte das Gefühl der Orientierungslosigkeit bis dahin nicht. Ich war immer der, der wusste, wie es weitergeht. Die letzte Instanz bei Problemen. Aber plötzlich war da nur noch Leere. Und der Gedanke:

„Fuck. Ich habe keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll.“

Zum Glück hatte ich bereits ein Männer-Retreat besucht. Und dort kam ich zum ersten Mal mit der heilenden Kraft eines echten, geschützten Männerraums in Kontakt. Als ich begann, Stück für Stück meine Lebenswirklichkeit zu teilen, wurde mir klar: Ich bin nicht allein. Viele Männer trugen ähnliche Themen wie ich. Je mehr ich mich zeigte, desto mehr konnte ich mich in ihnen erkennen. Wir sprachen über Sehnsüchte, über Sexualität, über Scham, über unsere gescheiterten Ideale von Männlichkeit. Und wir sahen, wie viele dieser Erwartungen nicht von uns stammten, sondern von außen kamen.

Zum MännerCamp 107

Das war der Moment, in dem ich begann, alles zu hinterfragen, was ich über Männlichkeit zu wissen glaubte.

Ich begann, regelmäßig Räume der Männerarbeit aufzusuchen. Ich trug die Disziplin aus dem Aikido-Training in meine Prozesse und lernte, mich anderen Männern zumuten zu können. Ungeschönt, echt und ohne Maske.

Der tiefste Punkt dieser Reise war mein Aufenthalt im Kloster: 10 Tage völlige Dunkelheit. Kein Licht, keine Geräusche, keine Ablenkung. Nur ich. Ich schrie. Ich weinte. Ich schlug so lange auf mein Bett ein, bis ich für mehrere Tage meinen Arm nicht mehr bewegen konnte.

Und in dieser Dunkelheit erkannte ich, dass die Schatten meines Lebens kein Makel waren, sondern Potenzial. Dass die Wunden, für die ich mich schämte, anderen Männern dienen konnten.

Ich begann, mein Leben radikal zu reinigen. Ich wurde frei von Pornografie. Ich hörte auf zu zocken. Die Tiefkühlpizza wurde durch frisch zubereitete Nahrung ersetzt. Ich machte einen vollständigen Dopamin-Reset: Kein Industrie-Zucker, keine fettigen Snacks, keine Bildschirme, kein Handy.

Zum ersten Mal seit meiner Kindheit war da etwas in mir, das klar war. Still. Lebendig. Und nicht mehr auf der Flucht.

© MännerCamp 107 | Florian Erb

Alles, was nicht echt war, habe ich abgewaschen. Übrig blieb, wer ich wirklich bin.

© MännerCamp 107 | Florian Erb

Der Beginn meiner Coaching-Arbeit

Ich begann zu verstehen, wie Veränderung wirklich funktioniert.

Ich tauchte tief in Neurowissenschaften ein. Ich wollte wissen, wie Sucht entsteht und wie sie sich wirklich lösen lässt. Ich las Bücher über männliche Identität, Scham, Trauma und Transformation. Ich gründete eigene Männerkreise. Besuchte Räume, in denen Männer gehalten, herausgefordert und wieder in ihre Stärke gebracht wurden. Und ich begann, diese Räume selbst zu halten.

Ich ließ mich bei ManTalks von Connor Beaton zu einem "Männerarbeiter" ausbilden und lernte von anderen erfahrenen Mentoren, welche Prozesse Männer wirklich durch ihre Themen führen. Nicht theoretisch, sondern echt. Körperlich. Direkt. Im Schatten.

Parallel floss mein Wissen aus der Wirtschaft ein: Als langjähriger Unternehmer mit Führungserfahrung und Mitarbeiterverantwortung in der IT Branche war Veränderungs-Management mein täglich Brot. Ich war daher vertraut mit der Arbeit mit Prozessen, aber ich begann, sie auf einer ganz anderen Ebene zu begreifen.

Ich wurde zum Coach für Männer, die mit Pornografie kämpfen. Aber ich erkannte schnell, dass es nie wirklich um Pornografie geht. Die Gespräche gingen tiefer. Es ging um Einsamkeit, Scham, Beziehungen, verlorene Identität. Immer wieder spiegelten mir Männer, dass in unserer Arbeit Dinge sichtbar wurden, die sie nie benennen konnten - geschweige denn fühlen.

Was als persönlicher Weg begann, wurde zu einem neuen Beruf. Und zu einer Aufgabe, die mich wirklich erfüllt.

Meine wichtigsten Werte

Ehrlichkeit und Schärfe

Ich sage ehrlich, was ich wahrnehme - nicht, was vielleicht bequem klingt. Radikale Ehrlichkeit ist der Boden, auf dem echte Veränderung wächst.

Authentizität

Ich kenne den Weg, den du gehst, weil ich ihn selbst gegangen bin. Keine Theorie, kein Marketing, sondern echte Erfahrung.

Empathie und Mitgefühl

In unserer Arbeit gibt es nichts, wofür du dich schämen musst. Ich halte den Raum für alles, was in dir sichtbar werden will.

Augenhöhe

Ich arbeite nicht über dir und nicht unter dir. Wir gehen diesen Weg gemeinsam als Männer, Schulter an Schulter.

Wie ich arbeite

Ich arbeite direkt und klar. Wir reden nicht endlos über Probleme, sondern bewegen dich durch sie hindurch.

In meiner Arbeit kombiniere ich Körperarbeit, Schattenarbeit und emotionale Prozessbegleitung. Du wirst nicht nur endlose Ratschläge bekommen, sondern Erfahrungen machen. Erfahrungen, die dich im besten Falle zurück zu dir selbst bringen.

Manchmal braucht es Konfrontation. Manchmal braucht es Stille. Aber immer braucht es Mut.

Ich bin da, um dich zu halten, wenn du fällst und dich herauszufordern, wenn du bereit bist zu stehen.

Wenn du bereit bist, deinen eigenen Weg zu gehen, findest du hier die Räume, die dich dabei tragen können.

Jeder dieser Räume ist ein Ort für echte Veränderung. Kein Theorie-Seminar. Keine Kosmetik. Sondern ein Platz, an dem Männer sich erinnern, wer sie wirklich sind.

Wähle den Raum, der jetzt zu deinem Weg passt:

Die BeyondPorn Journey
12 Wochen tiefe Transformation
Ein klarer Weg raus aus der Betäubung. Für Männer, die ihren Konsum verstehen und verändern wollen.
Wolfsherzen Männerkreis
Regelmäßige Online-Treffen.
Ehrliche Gespräche. Echte Verbindung. Für Männer, die nicht mehr allein gehen wollen.
1:1 Coaching
Individuelle Begleitung
Offen, direkt und traumasensibel. Für Männer, die bereit sind, sich zu stellen.
Oder einfach anfangen.
Wenn du fühlst, dass du aufbrechen willst, schreib mir. Ich höre zu und gemeinsam finden wir den ersten Schritt, der dich voran bringt.